Bezirksvertretung Münster West
Besuchen Sie uns auf http://www.cdu-bv-west.de

DRUCK STARTEN


Pressearchiv
08.03.2012, 11:58 Uhr | Westfälische Nachrichten - Online, 08.03.2012, Thomas Usselmann
Ortstermin der Bezirksvertretung zeigt: Am Albachtener Bahnhof gibt es zahlreiche Missstände
„Dringender Handlungsbedarf“

Wildes Parken, die völlig desolate Fußgängerunterführung, fehlende Fahrrad- und Pkw-Stellplätze: Alles andere als eine Visitenkarte des Ortes ist derzeit der Albachtener Bahnhof. Die Fraktionen der Bezirksvertretung und Bezirksbürgermeisterin Elisabeth Westrup hatten deshalb Anlieger und Vertreter der Stadtverwaltung zu einem Ortstermin geladen, um mögliche Verbesserungsmöglichkeiten auszuloten.


„Es besteht dringender Handlungsbedarf“, unterstrich SPD-Fraktionschef Manfred Rösmann. Der sehr gut angenommene halbstündige Bahnhalt beflügelt offenbar hemmungsloses Wild-Parken: Vehement widersprachen Anwohner dem Ergebnis einer vor Einführung des Bahntaktes vollzogenen städtischen Erhebung. Nach dieser, so Verkehrsplaner Stephan Böhme, seien die Pkw-Stellplätze im nördlichen Bereich zwar „ausgelastet“, der eine oder andere bleibe aber auch unbesetzt. Nur im Süden des Bahnhofs blieben Plätze frei. „Morgens ab 7.30 Uhr ist auf der Nordseite alles voll – dann beginnt hier das Chaos!“, beklagten hingegen Ortspolitiker und Anwohner einmütig. „Manche Langzeitparker lassen ihre Autos sogar wochenlang stehen!“ Auch herrsche aufgrund des häufigen Bahnhaltes ständiger Parksuchverkehr. Böhme verwies auf die Schwierigkeit, vor Ort weitere zusammenhängende Stellplätze zu schaffen. Allenfalls eine veränderte Beschilderung könne punktuell Entlastung verschaffen. Die in die Jahre gekommenen Fahrradboxen sollen – wie berichtet – künftig inmitten der Buswende durch ein käfigartiges Unterbringungssystem für 80 Fahrräder mit elektronischem Zugang per Karte ersetzt werden. Fest stehen bislang nur die Kosten von 165 000 Euro sowie eine angestrebte Nutzergebühr, die „unter 70 Euro pro Jahr“ liegen solle. Noch völlig offen sind bauliche Details und die zeitliche Realisierung, so Stephan Böhme und Ilka Grundmann vom Tiefbauamt. Man favorisiert eine Pilotanlage in Modulbauweise, möglicherweise zweigeschossig nach niederländischem Vorbild, die sukzessiv für die Bahnhöfe Häger (für 2012 im Gespräch), Albachten und Hiltrup-Ost angedacht wird. Derzeit werden laut Stadt rund 60 Fahrräder täglich am Albachtener Bahnhof abgestellt. „Das ist ein Preis, der Bauchschmerzen verursacht“, kommentierte CDU-Ratsherr Wolfhard Ediger die sechsstellige Kostensumme. Als „Tropfsteinhöhle Albachtens“ bezeichneten Ortspolitiker und Anwohner den desolaten Zustand der Bahnunterführung. Regen- und Urinpfützen, Dreck, Glasscherben und Graffiti machten eine gefahrlose Benutzung, auch per Fahrrad, schlichtweg unmöglich. Beschädigte Glasbausteine sollen ersetzt, Graffiti entfernt werden, so die Ingenieurin des Tiefbauamtes. Ob eine Videoüberwachung möglich ist, will die Stadt prüfen. Problem: „Wir sind hier nur zum Teil zuständig“, erläuterte Ilka Grundmann. Vom wilden Überqueren der Gleisanlage („um pünktlich den Bus zu erreichen“) war ebenso die Rede wie vom Wunsch nach einer Bahnhofstoilette. „Eigentlich müsste der gesamte Tunnel erneuert werden“, brachten es Anwohner auf den Punkt.